Die zweite Donaubrücke ist seit Jahrzehnten das kommunalpolitische Streitthema in Neuburg. Bei den 22. Neuburger Nachhaltigkeitsgesprächen am THI-Campus zeigte CSU-Stadtrat Matthias Enghuber vor rund 150 Gästen, wie ein Weg aus der festgefahrenen Debatte aussehen könnte.
Ein konstruktiver Vorschlag aus der Mitte der Diskussion
Statt sich an den bekannten Frontlinien aufzureiben, schlug Enghuber einen Perspektivwechsel vor: Beide Lager sollten sich überlegen, was sie an der jeweils anderen Lösung als positiv anerkennen können. Die Gegner einer Brücke mögen sich Gedanken machen, was sie gut fänden, wenn das Bauwerk käme, und die Befürworter umgekehrt, was sie an einer Lösung ohne Brücke schätzen würden.
„Das legen wir dann übereinander, vergleichen die Schnittmengen, und vielleicht gibt es ja dann eine Lösung“, so Enghuber. Ein Vorschlag, der die in Neuburg seit Jahren verhärteten Positionen aufweichen und einen echten Dialog ermöglichen könnte.
Zusammenarbeit mit dem THI-Campus als neue Chance
Auch ein weiterer Impuls des Abends fand bei Enghuber Anklang: der Vorschlag von Pressesprecher Bernhard Mahler, den THI-Campus mit seinen wissenschaftlichen Kompetenzen künftig in die Diskussion einzubeziehen. Professor Thilo Feucht, am Campus für nachhaltiges Bauen verantwortlich, signalisierte sofort Bereitschaft. Eine wissenschaftlich fundierte, von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige Bewertung könnte der Debatte genau jene neutrale Grundlage geben, die ihr bisher fehlt.
Sachpolitik statt Lagerwahlkampf
Enghuber sprach sich an diesem Abend ausdrücklich dafür aus, mit Oberbürgermeister Gerhard Schoder enger zusammenzuarbeiten, „um Neuburg in sechs Jahren noch ein Stück weit besser zu machen“. Das ist die Linie, die die CSU-Fraktion auch in der neuen Wahlperiode prägen wird: nicht in alten Gräben verharren, sondern dort an gemeinsamen Lösungen arbeiten, wo Sachargumente tragen.
Die Brücken-Frage wird Neuburg auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Zunächst sind die drei anhängigen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss zu klären, danach liegt die Entscheidung beim Stadtrat. Bis dahin gilt, was Enghuber vorgeschlagen hat: erst zuhören, dann Schnittmengen suchen und wenn möglich gemeinsam Brücken bauen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.