Winkelhausen/Langenmosen. Mit Katrin Staffler stellt die Union die Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege – und damit die zentrale Kompetenz für eines der wichtigsten gesellschaftlichen Zukunftsthemen. Auf Einladung der Frauen-Union im Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen war sie am Montag, 29. Juni 2026, im Landgasthof „Zu Müllers“ in Winkelhausen zu Gast. Vor vollem Haus zeigte sie unter dem Titel „Pflegereform: Herausforderung. Zukunft. Chancen.“, wie eine zukunftsfeste Pflege gelingen kann – und überzeugte die Gäste auf ganzer Linie.
Starke Neuburger Beteiligung
Bemerkenswert war die starke Präsenz aus Neuburg an der Donau. An der Spitze stand die CSU-Kreisvorsitzende Martina Keßler, die zugleich als Bezirksrätin und im Vorstand der oberbayerischen CSU Verantwortung trägt und damit gleich auf drei kommunalpolitischen Ebenen verankert ist. Gerade beim Pflegethema zahlt sich das aus, schließlich kämpft der Bezirk als Träger der „Hilfe zur Pflege“ unmittelbar mit den steigenden Kosten.
Mit ihr und der gastgebenden Frauen-Union-Kreisvorsitzenden Nadine Sauerteig, die ebenfalls der Neuburger Ortsgruppe angehört, war der Ortsverband Neuburg gleich mit einem ganzen Kompetenzteam vertreten: die Ortsvorsitzende der Frauen-Union Caroline Gmehling sowie die Stadträtinnen Doris Stöckl und Petra Goschenhofer. Dass mit Doris Stöckl eine Pflegefachkraft im Stadtrat sitzt, die fachlich fundiert mitreden kann, unterstreicht, wie nah die Neuburger CSU an den Menschen und ihren Themen dran ist.
Ehrlicher Blick auf die Lage
Staffler benannte die Herausforderungen klar: Deutschland leiste sich eines der teuersten Pflegesysteme der Welt und versorge zugleich die meisten Pflegebedürftigen. Allein 2025 summierten sich die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung auf rund 74 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand. Ohne entschlossenes Gegensteuern drohten ab 2028 zweistellige Milliardendefizite. Der Handlungsbedarf sei finanzieller und struktureller Natur zugleich. Genau hier setze die Reform an: Unnötiges weglassen, Nötiges stärken – und früher ansetzen, damit Menschen gar nicht erst in schwere Pflegebedürftigkeit geraten.
Was die Reform besser macht
Statt bei Schwarzmalerei stehen zu bleiben, machte Staffler die konkreten Verbesserungen greifbar:
Verlässliche Leistungen: Erstmals werden alle Leistungsbeträge ab 2028 regelmäßig und jährlich dynamisiert. Nach geltendem Recht gäbe es danach überhaupt keine Anpassung mehr – die Reform schafft also echte Planungssicherheit für die Betroffenen.
Vorsorge statt Reparatur: Ein neuer, starker Fokus auf Prävention soll Pflegebedürftigkeit vermeiden oder hinauszögern. Staffler benannte dabei offen einen alten Konstruktionsfehler – dass Prävention von der Kranken-, der Nutzen aber bei der Pflegekasse anfällt – und machte deutlich, dass die Union diesen Fehlanreiz auflösen will.
Reha vor und bei Pflege: Künftig sollen Reha-Maßnahmen ausdrücklich auch im Pflegeheim finanziert werden – ein echter Paradigmenwechsel.
Weniger Kleinteiligkeit: Statt starrer Einzelleistungen kommen flexible Budgetlösungen, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren und den Zugang spürbar vereinfachen.
Häusliche Pflege im Mittelpunkt: Rund 86 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Diese tragende Säule – und damit die pflegenden Angehörigen – soll gezielt gestärkt werden.
Solide finanziert: All das, ohne den Beitragssatz weiter in die Höhe zu treiben.
Praxis am Wort – die Union hört zu
Dass das Thema bewegt, zeigte die engagierte Aussprache. Die anwesenden Pflegekräfte brachten ihre Erfahrungen ein und warben mit Nachdruck für einen spürbaren Bürokratieabbau: Zu viel Zeit gehe für Dokumentation und Verwaltung verloren – Zeit, die am Menschen fehle. Mit besonderem Gewicht meldete sich Stadträtin Doris Stöckl zu Wort, die als ausgebildete Pflegefachkraft die Perspektive aus der täglichen Praxis einbrachte und für die Belange der Pflege sprach.
Staffler nahm die Hinweise dankbar auf – genau solche Praxiserfahrungen seien für eine gute Reform unverzichtbar. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass die Union liefern will. Dass dringend nötige Modernisierung und echter Bürokratieabbau immer wieder ausgebremst werden, liege nicht an ihr, sondern an den Beharrungskräften jener, die lieber verwalten als gestalten. Wer die Pflege wirklich zukunftsfest machen wolle, müsse den Mut zur Veränderung aufbringen – die Union habe ihn.
Warme Worte und Dank
Sowohl Kreisvorsitzende Martina Keßler als auch die gastgebende Frauen-Union-Kreisvorsitzende Nadine Sauerteig fanden warme Worte für Katrin Staffler und dankten ihr für einen offenen, fundierten und überzeugenden Abend – ebenso wie den Gästen für die rege Beteiligung. Wer sich weiter über das Projekt „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege“ (GAP) informieren möchte, findet Informationen unter www.gap-pflege.de.
Für eine starke Pflege. Für Menschen. Für morgen.